Mitteilungsblatt des NÖ Landesfischereiverbandes - Ausgabe 1 - 2022

Heuer beginnt eine neue Studie zum Temperaturregime in der Pielach und den Auswirkungen auf die vorkommenden Fischarten, die vom NÖ Landesfischereiverband in Auftrag gegeben wurde. Der Klimawandel geht uns alle an und gerade die Fischerei muss lernen damit umzugehen. Das Projekt umfasst folgende Schwerpunkte: 1. Beschreibung des thermalen Regimes (Temperaturverteilung) im Längsverlauf der Pielach 2. Wassertemperaturbedingungen in Hucheneinständen (Refugialhabitaten des Huchens) 3. Entwicklung der sommerlichen Wassertemperaturen in ausgewählten Ausleitungs- und Restwasserstrecken 4. Relevanz der Beschattung für die Wassertemperaturentwicklung in Ausleitungs- und Restwasserstrecken 5. Ökologische Interpretation der Wirkungszusammenhänge und Bedeutung des thermalen Regimes für den Fischbestand unter besonderer Berücksichtigung des Huchens in der Pielach Die Ergebnisse dieser Studie (BOKU), werden Ende 2023 erwartet und entsprechend veröffentlicht. Abgesehen davon wird auch im Sommer 2022 die Überwachung der Gewässer in enger Koordination zwischen Behörden, Gewässeraufsichten, NÖ Landesfischereiverband und Fischereiaufseher weiter fortgesetzt. In diesem Sinne ersuchen wir wieder alle Fischerkolleginnen und -kollegen gerade in der Sommerzeit wachsam zu sein. Wenn Sie drohende Fisch- sterben (Notatmung bei Fischen) oder bereits eingetretene Fischsterben wahrnehmen, verständigen Sie bitte die örtliche Bezirkshauptmannschaft bzw. Polizei. Entsprechend der Alarmkette des diesbezüglichen Notfallplans wird automatisch die Gewässeraufsicht und der NÖ Landesfischereiverband verständigt. Initialbesatz der Äsche im Mittleren Kamp durch Errichtung und Betrieb eines Brutcontainers. Bereits im Jahr der Äsche 2021 (Fisch des Jahres) wurde ein Projekt zur Stärkung des Äschenbestands im Mittleren Kamp durch den Verein „Fliegenfischen am Kamp“ unter wissenschaftlicher Betreuung durch die Universität für Bodenkultur gestartet. Das Forschungsprojekt zum Initialbesatz der Äsche im Mittleren Kamp durch Errichtung und Betrieb eines Brutcontainers befürwortet. Dieses wissenschaftlich betreute Projekt soll, wie der Name sagt, die Äsche im Mittleren Kamp wieder ansiedeln. Dazu werden jedoch keine Äschen herangezogen, die zB. aus der Schwarza oder Pitten stammen, sondern Elterntiere der seltenen Kamp-Äsche (ein an die hydrologischen Gegebenheiten angepasster Stamm der Äsche), die nur mehr in sehr kleinen Inselpopulationen im Kamp vorkommen. Gründe für deren Verschwinden sind vielfältig, Prädatoren, Schwall und Sunk (Schwallbetrieb) 1 etc. haben dazu beigetragen. Das Projekt wird voraussichtlich im Jahre 2028 abgeschlossen sein. Fischotterfalle – Krebsenreuse? In den letzten Tagen und Wochen haben wir etliche Anrufe und Emails von besorgten und teils verärgerten Fischer*innen erhalten, weil mehrere Artikel in unterschiedlichen Zeitungen zu vermeintlichen Fischotterfallen veröffentlicht wurden. Fußgänger hatten in der Großen Krems eine vermeintliche Fischotterfalle im Wasser entdeckt und bei der Polizei Anzeige erstattet und gleichzeitig auch medial Alarm geschlagen. Nach Prüfung des Bildmaterials haben wir sofort reagiert und eine Klarstellung an die Zeitungen übermittelt, dass es sich bei dem abgebildeten Fanggerät um eine Krebsreuse handelt. Eine Krebsreuse ist an ihrer vergleichsweise filigranen Konstruktion sowie insbesondere an einer oder zwei kleineren Eingangsöffnungen erkenntlich, sodass sie sich so gut wie ausschließlich zum Fang von Krebsen eignet, für den Fang von größeren Fischen oder großen und sehr großen Tieren, wie dem Otter, aber völlig ungeeignet ist. Eine Leine, die von der Krebsreuse zum Ufer führt, dient dazu, dass der Fangkorb rasch aus dem Wasser geholt werden kann und nicht abtreibt. Wir haben diese Klarstellung den Zeitungen geschickt und auch darauf hingewiesen, dass Krebsreusen fischereiliche Fanggeräte und Eigentum des Fischers bzw. der Fischerin sind. Es kann daher die Entwendung durch Dritte strafrechtliche Folgen nach sich ziehen. Die von uns angeschriebenen Zeitungen haben eine Berichtigung, gebracht. Wir hoffen, dass dadurch solche Missverständnisse künftig vermieden bzw. von den lokalen und regionalen Zeitungen nicht mehr ungeprüft übernommen werden. Trotzdem empfehlen wir den Krebsenfischer*innen, an der Leine (Ufer) eine einfache Marke (zB. ein Plastikband) mit der Aufschrift „Krebsreuse“ anzubringen, um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen. Fischen Inside 5 Aktuelle Projektstarts 1. Erklärung: Schwall und Sunk (Schwall/Sunk Betrieb) bezeichnet künstlich, bei der Stromgewinnung in Wasserkraftanlagen herbeigeführte Abflussschwankungen. In Zeiten höheren Strombedarfs wird mehr Wasser in die Turbine und anschließend in das Gewässer zurückgeleitet. Dabei entsteht ein „Schwall“. Wird hingegen weniger Strom benötigt, wird auch die in die Turbine geleitete Wassermenge gedrosselt und wiederum weniger Wasser ins Gewässer abgegeben („Sunk“). Bericht: NÖ Landesgeschäftsstelle

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