Mitteilungsblatt des NÖ Landesfischereiverbandes - Ausgabe 1 - 2022

Die Teile der Fischwanderhilfe Für flussauf wandernde Fische beginnt die Wanderung durch die Fischwanderhilfe am Kraftwerksporn zwischen Kraft- werksunterwasser und dem Altarm Altenwörth. Hier liegt der unterste Teil der Fischwanderhilfe, der sogenannte Nebenarm Altenwörth. Dieser 3 km lange, parallel zumAltarmAltenwörth völlig neu geschaffene Nebenarm hat eine Breite von 30 bis 65 m und ist über weite Bereiche völlig unreguliert. Flussauf des Altarms Altenwörth schließt der mittlere und mit 7,7 km längste Abschnitt der Fischwanderhilfe an. Der Umge- hungsarm verläuft hier im Bereich des Krems-Kamp-Um- leitungsgerinnes. Dieses künstliche und stark regulierte Gerinne ist im Zuge des Kraftwerksbaus Mitte der 1980er errichtet worden und leitet die beiden Zubringer in das Kraftwerksunterwasser um. Im Rahmen des Projekts wurde dieser Abschnitt neugestaltet. Die 5 Sohlstufen mit jeweils ca. 1 m Höhe in diesem Gerinne wurden entfernt und das Gefälle durch das Einbringen von ca. 200.000 m³ Kies aus dem flussab liegenden Nebenarm naturnahe über Furt-Kolk-Abfolgen überwunden. In Bereichen, wo angren- zende Grundeigentümer Flächen zur Verfügung gestanden haben, wurde der Flusslauf verschwenkt und aufgeweitet. Auch hier sind unregulierte Naturufer entstanden. Auf halber Strecke in diesem Abschnitt mündet der Kamp und flussauf verjüngt sich der Umgehungsarm auf den Abfluss von Krems und Dotation aus der Donau. Diese beiden unteren Abschnitte des Umgehungsarms sind vom Hochwasser durch Krems und Kamp sowie durch Donauhoch- wässer über die flussauf liegende Kremser Überströmstrecke geprägt. In den neu geschaffenen und strukturierten Gewäs- serstrecken ist eine wiederkehrende Umgestaltung durch Hochwässer beabsichtigt. Ausgetragenes Geschiebe wird durch Zugaben von Schotter wieder ausgeglichen. Das Gefälle dieser Abschnitte lässt mit 0,8 bis 1,6 Promille längerfristig immer wieder Umlagerungen der Kiesflächen und dynamische Neuge- staltungen der unverbauten Ufer erwarten. Diese Dynamik ist für die Funktion von Kieslaichplätzen für Barbe, Nase etc. und für den Erhalt der Flachuferzonen als Schlüssellebensraum für Fischlarven und Jungfische von großer Bedeutung. Um für zusätzliche Strukturen zu sorgen und für Fische Unterstände zu schaffen, wurden großvolumige Strukturen, sogenannte Strömungsteiler, aus Bäumen und Steinen einge- baut. 5 verschiedene Bautypen werden eingesetzt. Im Zwischenraum der Holz- und Steinstrukturen finden Fische Verstecke vor Räubern. Wie das Sommerhochwasser 2021 gezeigt hat, bilden sich um die Strömungsteiler die beabsichti- gten Auskolkungen und Tiefstellen. Zum Teil hat sich auch noch einiges Totholz in den Strukturen verfangen, so dass sich die Versteckmöglichkeiten für Fische noch weiter verbessern. Fischen Inside 7 Es berichtet der FRV I Das Krems-Kamp-Umleitungsgerinne vor (links) und nach (rechts) Umbau Das Krems-Kamp-Umleitungsgerinne. Detailansicht einer gelungenen Renaturierung. Fotos: ezb TB Zauner

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