Mitteilungsblatt des NÖ Landesfischereiverbandes - Ausgabe 1 - 2022
14 Fischen Inside Es berichtet der FRV V Im Ortsgebiet von Fischamend wurde mit Unterstützung durch den NÖ Landesfischereiverband sowie den Fischereirevier- verband V die Durchgängigkeit der Fischa wieder hergestellt. Dabei wurden zwei Wanderhindernisse durch die Errichtung von Fischaufstiegshilfen für die Donaufische wieder passier- bar gemacht. Darüber hinaus wurde der letzte im Ortsgebiet bestehende Nasen-Laichplatz saniert. Diese Maßnahmen wurden im Rahmen des INTERREG – Projektes „Alpen Karpa- ten Fluss Korridor“ unter der Projektleitung des Nationalpark Donau-Auen umgesetzt. Projektträger ist die Stadtge- meinde Fischamend, weitere Kofinanzierer sind die EU, das Land Niederösterreich sowie ortsansässige Kraftwerksbe- treiber und der Fischereiver- ein Fischamend. Planung und Baubegleitung erfolgten durch ezb -TB Eberstaller. Der Nasenlaichplatz wurde durch das technische Büro DI Georg Holzer gestaltet. In Fischamend teilt sich die Fischa in drei Arme. Am linken sowie am rechten Arm bestehen bzw. bestanden Wasserkraftwerke, am mitt- leren Arm zwei Rampen, die das Fließgewässerkontinuum unterbrechen. Nach einer längeren Diskussionsphase wurde festgelegt, dass die Fischpassierbarkeit im Bereich des mittleren Arms wiederhergestellt werden soll, um die Einwanderung für alle im Unterlauf potentiell vorkommenden Fischarten zu gewährleisten. Dies sind immerhin 54 Fischarten mit den Leitarten Aitel, Barbe, Laube, Nase, Rotauge und Schneider. Der Fischaufstieg bei der flussabwärts gelegenen Rampe „Biberfalle“ überwindet einen Höhenunterschied von 1,6 m. Der untere Teil ist als „Gewässertypisches Um- gehungsgerinne“ (Länge ca. 120 m) ausgeführt, an das eine „Asymmetrischer Rampe“ (Länge 60 m) anschließt. Diese Kombination sichert nicht nur die Durchgängigkeit für die Fische, sondern schafft auch wertvolle Gewässerlebens- räume. Insbesondere im bis zu 8 m breiten, großzügigen Umgehungsgerinne (Abfluss von ca. 1,2 -2,0 m3/s) entstehen neben Tiefstellen und Flachwasserbereichen auch Furten als Laichplätze für rheophile Fischarten (strömungsliebend) wie der Nase. In der Rampe ist das Querprofil deutlich asymmetrisch mit einem flach ansteigenden Ufer sowie einem deutlich steileren Ufer ausgeformt. Dadurch konzentrieren sich Abfluss und hohe Fließgeschwindigkeiten im Bereich der Tiefenrinne, die als Wanderkorridor für große, schwimmstarke Individuen dient. Im flachen Bereich mit deutlich geringeren Fließ- geschwindigkeiten können Jungfische und schwimm- schwächere Fischarten aufsteigen. Die zweite Rampe „Teilungssporn“ wird nunmehr /im Anschluss in derselben Form mit asymme- trischem Profil umgebaut. ImOrtsgebiet vonFischamend konnte bis Ende des letzten Jahrhunderts die Einwande- rung von Nasenschwärmen aus der Donau zur Laichzeit dokumentiert werden. Erhe- bungen im Jahr 2017 zeigten dagegen, dass nur noch ein einziger Laichplatz von ca. 50 Nasen aufgesucht wird. Um die Situation zu verbessern, wurde dieser Laichplatz sa- niert. Die stark verschlammte (kolmatierte) Gewässersohle wurde entfernt und fri- sches Rundkorn mit 20 cm Mächtigkeit eingebracht. Erfreulicherweise konnten gleich im ersten Jahr nach Fertigstellung der Maßnahme (2019) ca. 150 Nasen am neu geschaffenen Laichplatz beo- bachtet werden. Auch konnte das erfolgreiche Ablaichen dokumentiert werden, da der freie Lückenraum gute Bedingungen für hundete Fischeier bot. Für die Zukunft ist geplant, dass die Fischer diesen Laichplatz pflegen, um den (Laich-)Erfolg nachhaltig sicherzustellen. Mit Errichtung der Durchgängigkeit in Fischamend ist nun die gesamte untere Fischa mit der Donau vernetzt. Alles in allem ein gelungenes Projekt, an dessen Umsetzung viele mitgear- beitet haben! Herstellung der Durchgängigkeit sowie Verbesserung eines Nasenlaichplatzes an der Fischa in Fischamend Fotos: Otto Eggendorfer Bericht: DI Peter Pinka Ein Bachlauf den die Fische zum Laichen annehmen Die Nase. Sie braucht ein gut durchströmtes Bachbett
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